Fortsetzung: Geschichte der Bauakademie: Nutzung (Geschichte und Planungen des Fördervereins Bauakademie)

Die „Allgemeine Bau-Unterrichtsanstalt für alle Königlichen Provinzen“ (Bauschule / Bauakademie) wurde im Jahr 1799 als zentrale Ausbildungsstätte Preußens für Architekten und Bauin­genieure gegründet. Damit begann die Tradition einer geregelten Ausbildung. Die bekanntesten Schüler der Bauakademie waren Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), Berlin, und Leo von Klenze (1784-1864), München. Des weiteren Friedrich Ludwig Persius, Friedrich August Stüler, und viele andere z.B. Martin Gropius (Gropius-Bau), Paul Wallot (Reichstag), Julius Raschdorff (Dom am Lustgarten), Alfred Messel (Kaufhaus Wertheim in der Leip­ziger Straße – zerstört –) und viele andere bis in die Moderne.

Im Jahr 1836 bezogen zwei Königlich Preußische Behörden, die „Allgemeine Bau-Unterrichtsanstalt“, und die Oberbaudeputation das von Schinkel entworfene Gebäude.

Im Erdgeschoss waren zunächst Ladengeschäfte untergebracht.

Nach dem Auszug der Bauakademie gab es bis 1945 verschie­dene Nutzungen des Gebäudes, z. B. durch die Friedrich-Wilhelms-Universität sowie Sammlungen der Nationalgalerie.

Bis 1933 war die im Jahr 1885 unter der Leitung von Albrecht Meydenbauer gebildete „Königlich Preußische Meßbildanstalt“ in dem Bauakademiegebäude untergebracht. Das in jenen Jahren entstandene umfangreiche Meßbildarchiv der weltweit ältesten photogrammetrischen Institution befindet sich heute in der Ob­hut des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege.

Auf Empfehlung des Wissenschaftsrates wurde im Jahr 1992 die Institution Bauakademie der DDR aufgelöst. Auf privatrecht­licher Basis bilden sich einige Nachfolgeeinrichtungen.

Auf der Constructa wurden am 8. Februar 1992 unter dem Titel „Pro Bauakademie“ Argumente für eine Neugründung der Institution Bauakademie diskutiert. Die dort gewonnene Einsicht blieb vorerst ohne Folgen.

Der Förderverein Bauakademie, dessen  „Arbeitsgemeinschaft Neue Bauakademie“ sowie Symposien, die der Förderverein  durchführte, haben mehrfach den Vorschlag unterbreitet, dass das wieder aufge­baute Gebäude der Bauakademie als „Internationales Zentrum für die verantwortungsbewusste Gestaltung von Lebensräumen“ genutzt wird. Stiftungssatzungen wurden erarbeitet und von den zuständigen Behörden zustimmend geprüft. Inzwischen wurde die gemeinnützige Errichtungsstiftung Bauakademie gegründet (siehe Stiftungen). 

Konzepte zur Aufnahme von Zustiftungskapital und Spen­den sowie zum Betrieb des wieder aufgebauten Gebäudes wurden erarbeitet. Ein Verband der deutschen Bau­industrie ist unter be­stimm­ten Bedingungen, die sich auf die Grundstücks­nutzung beziehen, bereit, sich dafür einzusetzen, dass des­sen Mitglieder der Errichtungsstif­tung Bauakademie Zustift­ungskapital zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Bauakademie zur Verfügung stellen.
Der Portfolioausschuss der Berli­ner Immobilienmana­gement GmbH hat im August 2015 beschlossen, das Bauaka­demie­grundstück im Wege des Erbbaurechts zu ver­geben. Mit den entsprechenden Stellen werden die weiten Aktivitäten besprochen.
Da der beauftragte Verein IBB bis zur Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus kein eigenes Nutzungskonzept vorgelegt hat und die  Gespräche mit dem Förderverein Bauakademie nicht fortgeführt wurden, hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, das Projekt zunächst in die Legislaturperiode 2016/2020 verlegt. 

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 11. November 2016 beschlossen, für den Wiederaufbau der Bauakademie 62 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. 
Nach der Entscheidung des Haushaltsausschusses wurden zunächst die Beschlüsse der Berliner Immobilien­mana­gement GmbH vom August 2015, das Bauakademiegrundstück im Wege eines Erbbaurechts zu vergeben, und ein Konzeptverfahren durchzuführen, ausgesetzt.

Am 30. November 2016 führten Vertreter des Fördervereins und der Errichtungsstiftung Bauakademie ein Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister, an dem auch die Senats­baudirek­torin teilnahm, über die weitere Vorgehens­weise.
Die Ansichten und Aktivitäten von Förderverein und Errichtungs­stiftung Bauakademie wurden begrüßt.

Die Bundesstiftung Baukultur hat im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Dialogverfahren zur Entwicklung eines tragfähigen Nutzungskonzepts für die Wiedererrichtung der Bauakademie beauftragt. Der Förderverein / die Errichtungsstiftung Bauakademie haben ihre Planungsergebnisse dazu eingebracht. Das 3. Forum schloss am 3. Mai 2017 mit dem Ergebnis, dass ein Realisiierungswettbewerb vorbereitet werden soll, abgeschlossen.

Perspektiven:  
Ehestmögliche Grundsteinlegung mit dem Ziel der Wiedereröffnung der Bauakademie im Frühjahr 2021, in welchem sich am 13. März Schin­kels Geburtstag zum 240. Mal und die erste Eröffnung der Bauaka­de­mie am 1. April zum 185. Mal jähren. Bereits etwa 15 Monate vorher (Ende 2019) soll das Humboldt-Forum im gegenüberliegenden Berliner Schloss eröffnet werden.

Zusätzliche Information: Artikel in der Berliner Zeitung: 
Das kommt in Berlin selten vor: Ein prominentes historisches Gebäude wird wieder aufgebaut. Wie groß die Sehnsucht nach der verlorenen Bauakademie am Werderschen Markt war, be­schrieb kürzlich Professor Jörg Haspel, Direktor des Berliner Landesdenkmalamtes, anhand einer Erinnerung an sein Archi­tekturstudium in den 1970ern: Er habe geglaubt, das Bauwerk stünde noch, so präsent sei es gewesen. In Wahrheit hatte es die DDR-Führung 1962 abreißen lassen..............Den vollständigen Text rufen Sie bitte durch Anklicken dieser Zeile auf (P pdf 637)

bitte gegebenenfalls zurückblättern